Die Voraussetzungen waren nicht optimal, da ich das Rennen aus dem Training heraus geschwommen bin. Den Tag vorher erst angereist, wollte ich dennoch mein Bestes geben und gut schwimmen. Männer und Frauen starteten getrennt, weshalb das Frauen-Rennen recht langsam war. Niemand wollte so recht Tempo machen, was natürlich auch nicht zu einem schnelleren Verlauf führte. Die 15 km im wunderschönen Cañon del Suimdero bestanden demnach aus lauter taktischen Spielchen und recht langsamen Tempo. Daher dachte ich, ein langer Endspurt wäre das richtige Mittel,um eine gute Chance auf den Sieg zu wahren. Ich zog aber viel zu früh an - ca 1,5 km vor Schluss - und der Endspurt wollte mir gar nicht gelingen. Ganz im Gegenteil wurde ich müde und wurde bis 300 m vor Ziel sogar auf Platz 4 durchgereicht. Ich habe mich aber auf den letzten Metern noch einmal durchgekämpft und wirklich nur dank dieses Kampfes gewonnen. Ich hatte damit gerechnet, mich am Ende besser zu fühlen, aber das klappte nicht so richtig. Um so stolzer bin ich jetzt, weil ich mir wirklich wieder gezeigt habe, dass ich sehr wohl bis zur Ziellinie kämpfen kann. Ich habe eine halbe Sekunde vor der Olympia-Vierten Angela Maurer angeschlagen, mich also durchaus gegen gute Konkurrenz durchgesetzt und meine Grand Prix-Führung ausgebaut. Ende gut, alles gut!