Viedma, 14.02.09
Ich habe wieder gewonnen! Vor der Russin Uvarova und der Sapnierin Esther Nunez - ca. 2 Minuten vor der Russin, vielleicht 4 Minuten vor der Spanierin. Obwohl es beim Rennen total kurios zuging. Wie in der vergangenen Woche sind wir wieder auf einem Rundkurs á 2,5 Km geschwommen, im Rio Negro. Dieser ist 30 Km vom Meer entfernt, dementsprechend spürt man die Auswirkungen von Ebbe und Flut mit 3 Meter Wasserstand-Unterschied und einer starken Strömung sehr deutlich. So war auf den letzten beiden Runden die Strömung genau entgegengesetzt zu den ersten zwei Runden, aber als versierter Freiwasserschwimmer habe ich mich damit natürlich vor dem Rennen beschäftigt, so dass ich in etwa wusste, worauf ich achten musste und wann ich wo direkt am Ufer oder in der Mitte, wo die Strömung am stärksten ist, schwimmen musste. Genau das sollte mir am Ende des Rennens zugute kommen...
Gleich in der ersten Runde hatte ich nicht aufgepasst und die Führungsgruppe um Ana Uvarova verloren. Alle Bemühungen, mich wieder heranzuschwimmen waren fruchtlos. Ganz im gegenteil - der Abstand wurde von Runde zu Runde größer. In meiner Gruppe schwammen noch weitere Frauen (Männer und Frauen waren gleichzeitig gestartet), die aber nach und nach abreißen lassen mussten. Nach der 5ten Runde hatte ich über 3 Minuten Rückstand auf Anna Uvarova, die bis dahin mit den Männern mitgehalten hatte. Ich dagegen hatte mich schon eher nach hinten orientiert und mich eigentlich mit meinem zweiten Platz abgefunden. Ziel für mich war nur noch, die letzte Runde möglichst intelligent zu Ende zu schwimmen und dem Abstand nach hinten zu vergrößern.Zwischendurch, ca. 600 Meter vor dem Ziel meinte ich, Anna Uvarova ein paar 50 Meter neben mir zu sehen. Doch da ich sie zuvor nie im Blickfeld hatte und wusste, dass sie einen Riesenvorsprung hatte, verwarf ich den Gedanken schnell wieder. Selbst noch beim Zielanschlag war ich der Meinung zweite zu sein, wurde aber als Siegerin gefeiert. Es war tatsächlich die Russin, die ich am Ende noch überholt hatte. Am Ende sind ihr wohl die Kräfte ausgegangen, vielleicht hat sie auch die Strömung unterschätzt. Unfassbar für mich aber umso glücklicher war ich natürlich mit diesem Ergebnis.
Dieses Ergebnis zeigt einmal mehr, dass ein rennen erst am Ziel zu Ende ist und keinen Meter vorher! Aufgaben sollte man vorher nie. Ich habe am Ende alles richtig gemacht und eben genau das wieder einmal gelernt. Ich kann nun hochzufrieden die Heimreise antreten - besser hätten diese drei Grand Prixs in Argentinien für mich nicht laufen können!
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